Sonderveranstaltung

Am Sonntag, 18. August 2019, 19:00 Uhr findet in der Iyengar-Yoga-Werkstatt ein Konzert statt. Carsten Wicke spielt klassische indische Musik auf der Rudra Veena, der Königin der Saiteninstrumente.

… eine unvergleichliche musikalische Reise zwischen Stille und Ekstase.

Carsten Wicke lebt heute in Kalkutta und ist einer der international herausragendsten Rudra Veena-Meister, dessen Musik die fast verlorenen Klänge der Rudra Veena von der Jahrtausende alten Tradition in die Gegenwart bringt.

Klassische indische Musik auf der Rudra Veena

In Deutschland geboren, erlernte Carsten als Kind Violine und Gesang. Seine Reise in die indische Musik begann in den 90er Jahren, als er mit dem weltweit renommierten Tabla-Virtuosen Pandit Anindo Chatterjee Indiens populärstes Perkussionsinstrument studierte. Fasziniert von der altklassischen Dhrupad-Musik trifft Carsten auf den legendären Rudra Veena-Meister Ustad Asad Ali Khan, in dessen Familientradition das musikalische Erbe der Rudra Veena seit Jahrhunderten bewahrt und weitergegeben wird. Ustad Asad Ali Khan nimmt ihn als einen seiner wenigen Schüler an und lehrt ihn traditionelle Rudra Veena im Khandarbani-Stil.

Die Rudra Veena, wurde der mythologischen Überlieferung nach von Gott Shiva geschaffen, während er über die vollkommene Schönheit seiner Gemahlin Parvati meditierte. Erste, etwa aus dem 5. Jahrhundert n.Chr. stammende Abbildungen in Tempelreliefs zeigen ein einfaches, einseitiges Instrument, bestehend aus einem Bambusrohr und einem Kürbis als Klangkörper.

In ihrer Assoziation mit Gott Shiva (einer seiner weiteren Namen ist Rudra) war die Veena beliebtes Instrument der Yogis und Asketen. Für sie vereinte das Spielen der Veena Ritual und Meditation. Der Musik der Veena wird die Kraft nachgesagt, Musiker wie Hörer mental zu reinigen und dadurch ihr Bewusstsein in die transzendent-spirituellen Welten zu erheben.

Der Dhrupad ist Nordindiens älteste noch praktizierte klassische Musiktradition und wird auf der Rudra Veena gespielt. Von seinem Ursprung im Chanten der vedischen Hymnen über hingebungsvollen Tempelgesang entwickelte er sich unter dem Patronat islamischer und hinduistischer Höfe zu einer Kunstform mit eigener komplexer Ästhetik und Grammatik. Der resonanz‐ und obertonreiche Klang der Rudra Veena bietet die ideale Voraussetzung für die insbesondere an mikrotonalen Ton‐ und Melodiebewegungen orientierte Interpretation eines Ragas im Dhrupad‐Stil.

Ragas, sind durch bestimmte Regeln umrissene Melodiemodelle, die immer wieder neu improvisiert werden und doch eine ganz eigene, wiederkehrende Stimmung und Gestalt besitzen. Die Darbietung eines Ragas auf der Rudra Veena erfolgt in einem über die Jahrhunderte entstandenen Aufbau. Im einführenden Teil (Alap) werden die den Raga charakterisierenden Noten in ihrer spezifischen mikrotonalen Intonation (Shruti) und typische Melodiephrasen im langsamen Tempo präsentiert. In den folgenden Abschnitten (Jor, Jhala) spielt der Musiker bei zunehmender Geschwindigkeit komplexere Melodiebögen, denen ein wahrnehmbarer rhythmischer Puls unterliegt. In der abschließenden Komposition (Bandish), der ein Rhythmuszirkel (Tala) zugrunde liegt, wird die Vina von einem Perkussionsinstrument, der Pakhawaj, begleitet. Zusammen oder mit abwechselnden virtuosen Soli treten die Musiker in einen lebendigen Dialog, in dem Melodie und Rhythmus improvisiert werden.

Im Rahmen dieses ca. zweistündigen Lecture Konzertes erläutert uns Carsten die klassische indische Musik und erzählt über die Geschichte der Rudra Veena und deren Spielweise. Zur Halbzeit gibt es eine Teepause.

Preis 20 €

Vorbestellen über http://iyengar-yoga-werkstatt.de/kontakt/